FOCUSING ENLIGHTMENT begonnen am 11.12.2011
(aktualisiert am 21.April 2012)

Focusing (nach E. Gendlin)als psychotherapeutische Methode hat gute Arbeit geleistet. Nun ist es an der Zeit, etwas anderes zu fokussieren als unbewusste Probleme, bzw. der Problemfokussierung etwas voran zu stellen.

Indem ich den Fokus auf den möglichen Zustand der Erleuchtung richte, organisiert sich etwas in mir neu. Ich komme auf den Geschmack von SEIN.

Ich erlebe mich in einem Zeitraum und einer Raumzeit der Gegenwart, in der Vergangenheit und Zukunft zusammenkommen. Sowohl Vergangenheit als auch Zukunft werden neu geschaffen. Verrückt? Vielleicht. Aber eine interessante Perspektive, die es lohnt als Sichtweise experimentell anzunehmen und die Auswirkungen zu überprüfen. Kann es sein, dass eine neue Wirklichkeit entsteht, wenn ich neue Wirkungen schaffe?

Nehmen wir es mal an im Sinne des "als-ob-Tun".

Große Therapeuten wie Steve deShazer mit seiner Wunderfrage und Ron Kurtz mit seinem Konzept von  loving presence und limbic resonance haben für mich Vorbilder geschaffen, an denen ich mich orientiere.

Schauen...mit dem inneren Auge schauen, was geschieht, wenn ich mich darauf einlasse...

12.1.2012

Wenn ich den Fokus ändere, ändert sich meine Einstellung...wenn sich meine Einstellung verändert, verändert sich meine Haltung (auch körperlich). Wenn sich meine Haltung verändert, stehen mir neue Bewegungsfreiheiten und Spielräume zur Verfügung. Wenn ich Enlightment fokussiere, erweitert sich mein Fokus derart, dass er aufgehoben wird. Ich trete ich ein in einen Raum, in dem die bekannten und gewohnten Zeitverläufe aufgehoben sind. Es gibt keine Kausalitäten. Also gibt es auch keine Angst. Keine Schuld.  Keine Erinnerung an alte Denkmuster. Alles ist gelöscht. Tabula rasa. Ich fange von vorne an, aber außerhalb der Zeit. Durch dieses Anfangen verändert sich mein Verhalten, denn ich erlebe mein Verhältnis zur Welt neu und unbelastet. Wenn sich mein Verhalten verändert, rufe ich neue Auswirkungen hervor, und neue Wirkungen gebären neue Wirklichkeiten...

Nicht die Probleme fokussieren, sondern gleich aufs Ganze gehen und mit einer neuen Arbeitsfläche arbeiten...

 1.4. 2012

In meinem Buch "DAS TANZENDE ICH" komme ich nach und nach auf kulturgeschichtliche Zusammenhänge: Ich lese bei Jean Gebser nach und entdecke das "integrale Bewusstsein" für mich als Hinweis auf ein westliches Verständnis eines außergewöhnlichen Bewusstseinszustandes, der sich dem der Nichtgetrenntheit im Sinne des Advaita annähert. Gebsers "Aperspektivität" und "Achronizität" verweist auf ein neues Raum-und Zeitgefühl, das sich mir in meinen Träumen erschließt. Die Zeit ist nicht aufgehoben, sondern verläuft anders, ebenso wie die sinnliche Erfassung von Raum nicht gelöscht ist, sondern andere Bahnen einschlägt. Es ergibt sich eine ungewohnte "Tiefenwirkung", die sich gleichzeitig und paradoxerweise mit einem Gefühl von ungeheurer Nähe, ja, Intimität verbindet. Die "coincidentia oppositorum", die Nikolaus von Kues als mystisches Erlebnis beschreibt, erweist sich mir plötzlich als "Kollaps" (ähnlich dem Quantenkollaps, auf den Demartini anspielt?) gefolgt von großer Nüchternheit, die der Vorstellung ekstatischer Euphorie so gar nicht entspricht. 

Ich beende das Buch, mit dem ich eine Weile gelebt habe, mit den Worten: "Wenn jeder Satz zu lange ist, bleibt nur noch der Satz als Bewegung - ein Tanz, von Mal zu Mal."

22.4.2012

Die Person verschwindet in ihrer Erzählung. Die Spuren erzählen in Vergangenheitsform von ihrer Auflösung...Zunächst ist es ein Experiment, ein Gedankenexperiment, ein gefühltes Experiment: die Auflösung der Person fühlt sich an, als würde ein Haushalt aufgelöst, eine veraltete Form der Ordnung und Organisation, die nicht mehr gültig ist und in eine andere Form übergehen wird. Die Zukunft jedoch bleibt formlos. Das ist das erste Anzeichen, "dass es soweit gekommen ist". Transformation als Einübung und Vorwegnahme dessen was zum Schicksal werden würde, wenn es nicht aus freier Entscheidung geschehen wäre. Es braucht Kairos: das Gefühl für den richtigen Moment abzuspringen.

Ohnmacht erleben. Ohnmacht und Macht. Das Vermächtnis überantwortet alles was der Person gehört hat, was zu ihr gehört hat, das Vermächtnis meint es persönlich. Das Vermächtnis geht über in die biografische Chronologie, das Leben darin wird frei und geht weiter als Strömen...